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Wie simse und maile ich richtig?

Schreck lass nach: die ältere Generation ab 50 (sorry, manchmal sind wir im besten vor-Senioren-Alter schon alt) musste die Handy-Sprache mühsam lernen; die jüngere beherrscht sie, aber “simst” wild  drauflos. Dabei gibt es längst auch für Handybenutzer und eifrige “Mailer” Sprachregeln und Sendeformate, die es zu respektieren gilt. Grundsätzlich umfasst eine SMS nicht mehr als 160 Zeichen, wie SMS-, Chat- und Mail-Analystin bzw. Linguistin der Jugendsprache Prof. Dr. Christa Dürscheid (Universität Zürich) in einer ihrer früheren  Untersuchungen zur neuen Mediensprache feststellt. Der Text ist, da spontan und situationsgebunden, zumeist im Präsenz redigiert und orientiert sich “sprechsprachlich”, obwohl als Schriftmedium gesendet. Was zählt ist, wie beim Chatten, eine kurze, am mündlichen Sprachgebrauch orientierte expressive Sprache, die durchaus mit einer Fülle von Abkürzungen (IDA; kay, vt, kA…) arbeiten darf und zur Verstärkung ihrer Expressivität auf sogenannte Emoticons zurückgreift. Dieser Netzjargon wird bereits von de.wikipedia aufgelistet und entschlüsselt: IDA steht für “ich Dich auch”; kay für “okay”; vt für “vielleicht”;  kA für “keine Ahnung” usw.)

Allerdings gilt es auch beim Simsen und Mailen aufzupassen, an wen man simst und mailt. Es könnte einen die Karriere kosten oder zumindest beim Aufstieg schaden, wenn man dem Chef genauso salopp “textet” (deutsches Wort für “simsen”) wie einem Gleichaltrigen, meint Carolin Lüdemann, ausgewiesene “Knigge- und Karriere-Beraterin” bzw. Karrierecoach der Online-Ausgabe süddeutsche.de.  Grundsätzlich seien höfliche Anreden und Schlussformeln zu wahren, so wie man sie auch im direkten Gespräch oder im traditionellen Brief mit dem/der Vorgesetzten wahre. Abkürzungen sind im beruflichen Bereich sparsamer zu benutzen, in der Regel eher tabu. Dies gilt auch für Mails. Allenfalls förmlichere wie MFG (oder MfG) für “mit freundlichen Grüßen” sind erlaubt. Also statt HEGL sollte man doch lieber “herzlichen Glückwunsch” schreiben und vor allem auch bei einer E-MAil und SMS die korrekte Anrede und Schlussformel nicht vergessen. Unter Gleichaltrigen beliebte Interjektionen wie “Boa!” oder Assimilationen “Wann triffste Dich?” sind sowieso unangebracht wenn eine Kommunikation zwischen verschiedenen Hierarchien stattfindet. Und “kanakisch Deutsch”, sprich fehlerhaftes Deutsch ist absolut zu vermeiden. Immer wieder heisst es: lesen, lesen, lesen, was man geschrieben hat, um Flüchtigkeits- und häufige Tippfehler zu vermeiden.

“Der Ton macht die Musik!” Was seit Jahrhunderten nur für den Briefeschreiber galt, ist inzwischen auch relevant für die Nutzer moderner Kommunikationsmittel. Zumindest in Deutschland.       BBLGk und kP! ( = “bis bald, liebe Grüße,alles klar” und “kein Problem”.)

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